Ihr Weg nach Burgdorf

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Handball - Die Recken

Berliner hatten das Gück auf ihrer Seite

RECKEN müssen sich mit der Schlusssekunde Füchsen Berlin geschlagen geben

Mit einer gleichermaßen knappen wie bitteren 25:24 (13:12)-Niederlage muss Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf die Heimreise vom Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin antreten. In einem kuriosen Spiel, in dem DIE RECKEN trotz dominanter Anfangsphase mit einem Rückstand in die Pause gingen und sich anschließend nach einem sechs-Tore-Rückstand zurückkämpfen konnten, sorgte Füchse-Linkshänder Fabian Wiede mit einem Schlagwurf direkt vor Spielende für den Siegtreffer zugunsten der Gastgeber. Kurz zuvor war Casper Mortensen mit einem Wurf an Silvio Heinevetter gescheitert. Das wäre zumindest ein sicherer Punktgewinn gewesen.

Beide Mannschaften konnten nicht in Bestbesetzung antreten. Während die Füchse auf Steffen Fäth, Marko Kopljar und Ignacio Plaza Jimenez verzichten mussten, standen RECKEN-Trainer Carlos Ortega wie zuletzt gegen Die Eulen Ludwigshafen Torge Johannsen, Evgeni Pevnov und Pavel Atman nicht zur Verfügung. DIE RECKEN fanden davon ausgehend zu Beginn besser in die Partie und gingen gleich im ersten Angriff durch Ilija Brozovic über den Kreis in Führung. Berlin konnte zwar im Gegenzug ausgleichen, Fabian Böhm und Kai Häfner warfen ihre Farben mit einem Doppelschlag jedoch nach fünf Minuten wieder in Front.

Speziell die offensiv interpretierte Abwehr der Niedersachsen hielt die Gastgeber über weite Strecken der ersten Halbzeit von der Nahwurfzone fern und provozierte technische Fehler im Füchse-Angriff. Auch eine frühe Zeitstrafe gegen Abwehrchef Sven-Sören Christophersen (6. Minute) brachte DIE RECKEN nicht aus der Ruhe. Durch Hereinnahme des zusätzlichen Feldspielers verwandelte Casper Mortensen zunächst einen fälligen Siebenmeter, ehe der Däne kurz darauf einen defensiven Ballgewinn per Gegenstoß zur 5:2-Führung nutzen konnte.

Eine weitere Zeitstrafe gegen Morten Olsen (9.) überstand das Ortega-Team dank der weiterhin aufmerksamen Abwehr sowie geduldig vorgetragenen Angriffen ebenfalls schadlos, wodurch sich Berlin beim 4:7 nach 15 Minuten zur ersten Auszeit gezwungen sah. Diese sollte ihre Wirkung jedoch zunächst verfehlen, zumal DIE RECKEN in dieser Phase mit einem Kempa-Tor von Morten Olsen nach Zuspiel von Timo Kastening auch spielerische Glanzpunkte setzten. Ein Treffer von Rúnar Kárason aus der eigenen Hälfte ins verwaiste Füchse-Tor brachte den Niedersachsen eine 10:6-Führung. Selbst ein vergebener Siebenmeter auf Seiten der RECKEN sollte sich zunächst nicht negativ auswirken, denn Martin Ziemer behielt im direkten Gegenzug gegen Füchse-Rechtsaußen Hans Lindberg vom Siebenmeterstrich ebenfalls die Oberhand.

Nach der erneuten vier-Tore-Führung durch Kai Häfner zum 11:7 (22.) konnte die Angriffseffektivität der Gäste in der Folge jedoch nicht aufrechterhalten werden. Zwei schnelle Gegentreffer der Berliner sowie Paraden von Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter brachten die Gastgeber zurück in die Partie, zumal DIE RECKEN eine doppelte Überzahl nicht zu Ihren Gunsten nutzen konnten. Nachdem Bjarki Elisson für Berlin nach 27 Minuten erstmals wieder den Anschluss erzielte und Timo Kastening per Siebenmeter noch einmal auf 12:10 erhöhen konnte, drehten die Füchse die Begegnung. Nationalspieler Fabian Wiede war es fünf Sekunden vor dem Pausenpfiff vorbehalten, mit dem Treffer zum 13:12 die erste Führung für die Gastgeber zu markieren.

Einen ähnlichen Verlauf wie in den ersten 30 Minuten sollten die über 6000 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle in Berlin auch in Hälfte zwei sehen – allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Waren in Halbzeit eins DIE RECKEN über lange Strecken die tonangebende Mannschaft, drückten nun die Füchse der Partie deutlich ihren Stempel auf. Eine erneut frühe Zeitstrafe gegen das Ortega-Team nutzte Berlin im Gegensatz zur ersten Hälfte aus und bestrafte leichte Fehler der Gäste nun konsequent. Resultat der nach Wiederbeginn fehlenden Durchschlagskraft im RECKEN-Angriff war ein 4:0-Lauf der Gastgeber, weshalb Carlos Ortega beim Stand von 17:12 (38.) seine Mannschaft mit seiner zweiten Auszeit neu einstellen musste.

Durch Hinzunahme des siebten Feldspielers sorgte Ortega dafür, dass seine Mannschaft nicht nur die zehnminütige Torflaute beenden konnte, sondern speziell offensiv auch zunehmend wieder Zugriff auf das Spiel bekam. Dennoch behielten die Füchse zunächst die Oberhand, was nicht zuletzt an den insgesamt 15 Paraden von Torhüter Silvio Heinevetter liegen sollte. In der Folge pendelte der Rückstand der RECKEN zunächst zwischen drei und vier Treffern, ehe ein Berliner Doppelschlag zum 24:18 rund zehn Minuten vor Spielende alle Hoffnung der Niedersachsen auf einen Punktgewinn zu rauben schien.

Eine erneute Ortega-Auszeit und die Umstellung in der Defensive auf eine noch offensivere Abwehrformation mit Mait Patrail auf der vorgezogenen Position brachte folglich allerdings den Berliner Angriffsmotor ins Stottern. Leichte Ballgewinne und einige Paraden des wieder eingewechselten Malte Semisch hauchten dem RECKEN-Spiel neues Leben ein und zwangen Füchse-Trainer Velimir Petkovic nach dem Treffer von Ilija Brozovic zum 21:24 zur nächsten Auszeit. Doch auch in der Folge blieben Kai Häfner & Co. am Drücker und spätestens beim 23:24-Anschlusstreffer durch den RECKEN-Kapitän (56.) durften sich die mitgereisten Fans wieder berechtigte Hoffnung auf einen Punktgewinn machen.

Dramatisch sollten anschließend die Schlussminuten werden. Nach einem Ballgewinn der RECKEN scheiterten die Niedersachsen im Gegenzug am Berliner Pfosten, doch Fabian Wiede konnte vom eigenen Kreis den Ball nicht im leeren Gäste-Tor unterbringen. Exakt zwei Minuten vor Schluss war es schließlich Timo Kastening vorbehalten, den Ausgleich für seine Farben zu markieren. Nach einem langen Füchse-Angriff fingen DIE RECKEN den Ball erneut ab, Silvio Heinevetter blieb jedoch 60 Sekunden vor Ablauf der Spielzeit im Gegenstoß Sieger gegen Mortensen und verhinderte die erste RECKEN-Führung in der zweiten Halbzeit. Im finalen Berliner Angriff stellte Petkovic seine Mannschaft bei drohendem Zeitspiel 16 Sekunden vor dem Ende per Auszeit noch einmal neu ein. Ein zentraler Gewaltwurf von Fabian Wiede sorgte schließlich mit der Schlusssekunde für die Entscheidung zu Gunsten der Füchse. Aber nur fünf Treffer der TSV zwischen der 30. und 48. Minute waren eine Vorentscheidung. Trotzdem hätte es noch reichen können, doch Mortensen Fehlwurf gegen den überragenden Heinevetter machten alle Hoffnungen zunichte. Insgesamt 21 Fehlwürfen waren doch etwas zu viel - die Berliner hatten das Glück auf ihrer Seite.

Trotz der knappen Niederlage bleiben Niedersachsens Spitzenhandballer auf Platz sechs in der DKB Handball-Bundesliga und haben weiterhin die Chance, mit zwei abschließenden Siegen die beste Saison der Vereinsgeschichte zu feiern. Am 27.05. um 12:30 Uhr empfangen DIE RECKEN dabei zunächst den SC DHfK Leipzig zum letzten Heimspiel der Saison 2017/18 in der TUI Arena, ehe das Auswärtsspiel beim VfL Gummersbach den Schlusspunkt dieser Spielzeit bildet.

Statistik:

Füchse Berlin – DIE RECKEN  25:24 (13:12)

Füchse Berlin:  Heinevetter, Stochl; Wiede (4), Elisson (2), Milde, Vukovic, Struck, Mandalinic (3), Gojun (1), Lindberg (5/5), Zachrisson (1), Schmidt, Reissky (1), Koch (6), Drux (2)

DIE RECKEN:  Ziemer, Semisch; Mortensen (4/2), Patrail (1), Thiele, Lehnhoff, Häfner (7), Böhm (2), Krone, Kárason (1), Olsen (1), Brozovic (3), Kalafut, Feise, Christophersen, Kastening (5/2)

Siebenmeter:  5/6 – 4/6

Strafminuten:  10:6

Schiedsrichter:  Robert Schulze / Tobias Tönnies

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