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Südlink - Burgdorf

Der SuedLink und die Politik

ein Beitag von Wolfgang Zerulla

Bürgermeister Baxmann hat sich, genau wie seine beiden Amtskollegen Düker und Bogya, ja 
bereits klar zu SuedLink positioniert: "nicht durch meine
Kommune". Abgesehen von dieser
Kirchturmpolitik gibt es auch noch eine
weitere Gemeinsamkeit zwischen unseren drei
Bürgermeistern: sie trauen
sich alle drei nicht, SuedLink grundsätzlich in Frage zu stellen.
Diese schwarz/rote Allianz
ist eine Auswirkung der Großen Koalition in Berlin. Sowohl Mutti
wie auch
Siggi sagen, das SuedLink alternativlos sei. Basta. Da ist es für die unteren Chargen
nicht opportun, anderer Meinung zu sein. Auch wenn es gute
sachliche Gründe dafür gibt, das
wäre schädlich für die weitere politische
Karriere. Dritter im Bunde ist Horst Seehofer mit der CSU. Der sich zuletzt ja klar dagegen ausgesprochen
hat, Windenergie aus dem Norden per
Monsterleitungen nach Bayern zu transportieren. Seine
Bewegründe
dürften dabei jedoch weniger energiepolitische als vielmehr rein wirtschaftliche
sein. Die Erzeugung von Energie ist in Deutschland ein
wichtiger Wirtschaftsfaktor. Hier steht
Bayern mit seinen AKWs bisher weit
oben. Und mit diesen AKWs wurde viel Geld verdient. Das
würde zukünftig
nach Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern
fließen.
Gewichtige Gründe also für Seehofer, sein Veto einzulegen.
Ironischerweise
ist damit ausgerechnet der konservative Seehofer zum
Hoffnungsträger zahlreicher Bürgerinitiativen gegen
SuedLink
geworden. Doch diese Hoffnung könnte
trügerisch sein. Wer Seehofers
Winkelzüge kennt
würde nicht überrascht sein, wenn er sich dieses
Veto durch politisches Entgegenkommen an anderer
Stelle wieder abkaufen ließe. Bleiben noch die Grünen, die im Bund ja in der Opposition sind.
Doch von ihnen ist leider nicht zu erwarten dass sie beim
Thema SuedLink ihrer Oppositionsrolle gerecht werden.
Kürzlich habe ich an einer Veranstaltung der Grünen in
Hannover teilgenommen. Einer der Podiumsredner war der
Nds. Umweltminister Wenzel. Doch statt über Sinn oder
Unsinn von SuedLink zu sprechen hielt Wenzel nur eine
ellenlange Grundsatzrede über die Menschengemachte
Klimakatastrophe. Womit er wohl implizieren wollte, das SuedLink für die Energiewende alternativlos
sei. Und genau hier liegt das Problem der Grünen: die Energiewende ist ihr Lieblingskind. Und
SuedLink ist, laut Mutti und Siggi, für die Energiewende alternativlos. Was nun? Wären die Grünen
gegen die Energiewende, wenn sie sachliche Gründe gegen SuedLink anführen würden? Dabei gibt es genug sachliche Gründe, die für die Energiewende und gegen SuedLink sprechen.
Zum Beispiel, das wir auf Kohle als Grundlastenergie nur verzichten könnten, wenn Wind- und
Solarenergie selbst grundlastfähig würden. Das würden sie aber nur, wenn man sie speichert
um sie dann verbrauchen zu können, wenn man sie benötigt. Die Techniken dafür sind vorhanden.
Wasserstoff z. B. ist ein guter Energiespeicher. Power to gas eine erweiterte Möglichkeit.
Außerdem werden wir Wasserstoff in absehbarer Zeit als Ersatz für Benzin und Diesel dringend
benötigen. Und Wasser ist in Nord- und Ostsee, wo die großen Windparks entstehen, wahrlich
genug vorhanden. Das wäre eine sinnvolle Möglichkeit. Sinnvoller jedenfalls, als die Betreiber der
Anlagen dafür zu bezahlen das sie keinen Strom produzieren. Oder den überschüssig produzierten
Strom über lange Leitungen nach Holland zu transportieren und noch Geld dazu zu bezahlen,
damit er überhaupt abgenommen wird. Doch offenbar trauen sich Politiker aller Parteien nicht, dem Bürger reinen Wein einzuschenken
(auf Vertreter diverser Kleinparteien will ich hier nicht weiter eingehen, da sie politisch ohne
Bedeutung sind). Denn dann müssten sie ja zugeben, dass sie die Energiewende von Anfang
an gegen die Wand gefahren haben. Denn von Anfang an hätte man auch in Speicher
investieren müssen, anstatt nur in die Erzeugung. Und diese ist dazu noch völlig planlos verlaufen. Investoren verdienen sich eine goldene Nase damit, Wind- und Solarenergie zu
erzeugen. Abnahme zu Höchstpreisen ist über Jahrzehnte garantiert. Ob die Energie nun
gebraucht wird oder nicht. Der Bürger zahlt diesen Wahnsinn mit einer Verdoppelung der
Strompreise innerhalb weniger Jahre. Besonders bitter für über 600.000 Haushalte in
unserem Lande, die inzwischen vom Stromnetz abgeklemmt wurden weil sie sich diese
Luxusenergie nicht mehr leisten konnten. Die geplanten 4 Höchstspannungs-Gleichstrom-
leitungen sollen weitere 22 Milliarden kosten. Mindestens. Wenn wesentliche Teile
unterirdisch verlegt werden müssen könnte es aber noch sehr viel teurer werden. Dabei ist
Erdverkabelung keine Lösung. Wie sollte ein Erdkabel z. B. durch das Oldhoster Moor geführt
werden? Und für unsere Landschaftsschutzgebiete macht es keinen Unterschied, ob eine Schneise für eine Erdverkabelung oder für eine Überlandleitung durch sie hindurch
geschlagen würde. Und so wollen Politiker in Bund, Ländern und Kommunen uns weiterhin am Nasenring
durch die Manege ziehen. Indem sie uns SuedLink als alternativlos verkaufen. Und auf
eine Trassenführung durch die jeweilige Nachbargemeinde oder als Erdverkabelung verweisen, wenn wir Bürger kritische Fragen stellen. Verhindern
können das nur aktive Bürger in den Bürgerinitiativen gegen SuedLink. Aber auch nur wenn
sie, im Gegensatz zu unseren Bürgermeistern, über den eigenen Tellerrand hinauszusehen
vermögen. Und eben nicht Erdverkabelung oder Verlegung der Trasse durch die Nachbar-
gemeinde fordern. Sondern klar sagen, dass wir Bürger SuedLink nicht brauchen und auch
nicht wollen. Sondern eine Energiewende, die uns bezahlbaren Strom ohne AKWs und ohne
Kohlekraftwerke liefert. Doch dafür bräuchten wir Speicher. Leitungen sind keine Speicher. Wolfgang H. Zerulla







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